Betonieren im Winter

13. Mai 2014

Zusätzliche Vorkehrungen und eine gute Alternative

Immer wieder tritt die Frage auf, ob es auch im Winter möglich ist zu betonieren. Die Antwort lautet: Ja, aber es sind zahlreiche Vorkehrungen zu treffen. Je tiefer die Temperatur des frischen oder jungen Betons ist, desto langsamer erhärtet er. Zudem kann Eisbildung das Betongefüge lockern oder sprengen. Soll dennoch bei kalter Witterung auf der Baustelle betoniert werden, darf die Temperatur des Frischbetons beim Einbringen +5 °C nicht unterschreiten. Bei Lufttemperaturen unter –3 °C ist eine Frischbetontemperatur von mindestens +10 °C anzustreben. Zudem muss der Verarbeiter darauf achten, dass sich während des Betonierens keine Eisschicht auf der Bewehrung bildet. Sie kann z. B. durch Kondenswasser entstehen.

Maßnahmen:

Um dies alles zu erreichen, hat der Verarbeiter die entsprechenden Vorkehrungen in die Wege zu leiten. Beispielsweise kann er das Zugabewasser bzw. die Gesteinskörnung erwärmen, durch den Einsatz eines Betonverflüssigers dafür sorgen, dass der W/Z-Wert gesenkt wird, und/oder den Zementgehalt erhöhen. Zusätzlich kann er einen Zement verwenden, der eine höhere Wärmeentwicklung besitzt. Doch auch nach dem Einbringen des Betons bedarf dieser wesentlich mehr Aufmerksamkeit als bei normalen Temperaturen. Beispielsweise ist der junge Beton vor Frost zu schützen, hierzu eignet sich beispielsweise eine Holzschalung, weil sie die Wärme nicht so schnell ableitet wie eine Stahlschalung. Zum Abdecken des Betons werden immer wieder Thermomatten herangezogen. Allerdings dürfen sie nicht immer direkt auf den Beton gelegt werden. Dann muss der Verarbeiter das Bauteil vor Zugluft schützen. Dies ist nur eine kleine Auswahl der Vorkehrungen, die getroffen werden sollen, um auch bei niedrigen Temperaturen betonieren zu können. Schnell stellt sich da die Frage, ob es nicht eine einfachere Methode gibt, im Winter Betonbauten zu errichten. Die Antwort lautet: Ja, die gibt es – mit Fertigteilelementen.

Bauen mit Fertigteilelementen

Was aufgrund der langen Minustemperaturen in Skandinavien schon lange gang und gäbe ist, erfreut sich mittlerweile auch bei uns immer größerer Beliebtheit: das Bauen mit Fertigteilen. Es hat nicht nur den Vorteil, dass niedrige Temperaturen hier fast keine Rolle spielen, sondern dass die Elemente im Fertigteilwerk meist wesentlich präziser hergestellt werden können, als auf der Baustelle. Dabei können die Mitarbeiter des Werks Stützenschuhe, Konsolen oder Ähnliches einbauen, die die Montage vor Ort erleichtern. Das heißt, es ist auch bei niedrigen Temperaturen möglich, mit Beton zu bauen. Entweder der Verantwortliche nimmt es auf sich, zahlreiche Vorkehrungen zu treffen, oder er verwendet ganz einfach Fertigteilelemente.